Wärmepumpe

Wärmepumpenprivileg fällt weg: Was nun?

Der 1. Oktober 2024 markiert einen Wendepunkt für die Heizkostenabrechnung in Häusern und Mietwohnungen, die mit Wärmepumpen beheizt werden.

26.02.2025

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Geschrieben von

Eric Moller

Wirtschaftlichkeit berechnen

Der 1. Oktober 2024 markiert einen Wendepunkt für die Heizkostenabrechnung in Häusern und Mietwohnungen, die mit Wärmepumpen beheizt werden. Mit dem Wegfall des Wärmepumpenprivilegs endet eine Ausnahme, von der viele Vermieter:innen bisher profitiert haben.

Doch was bedeutet das konkret für Eigentümer:innen, Vermieter:innen, Mieter:innen und alle, die in Verbindung mit Wärmepumpen stehen? Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, und wie lässt sich die gesetzlich vorgeschriebene verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung umsetzen?

Dieser Blogbeitrag erklärt, wie Sie die neuen Vorschriften der Heizkostenverordnung (HeizkostenV) bewältigen können und welche Chancen sich durch die Kombination mit innovativen Technologien wie PV-Anlagen ergeben.

Was ist das Wärmepumpenprivileg?

Das sogenannte Wärmepumpenprivileg erlaubte es Vermieter:innen, den Stromverbrauch einer Wärmepumpe pauschal auf die Mieter:innen umzulegen – unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch. Diese Regelung vereinfachte zwar die Betriebskostenabrechnung, widersprach jedoch dem Prinzip der verbrauchsabhängigen Heizkostenverteilung, die seit Langem für Heizkosten aus Gas- oder Ölheizungen gilt.

Mit dem Wegfall dieser Sonderregelung müssen Vermieter:innen Wärmepumpen genauso abrechnen wie andere Heizsysteme. Das bedeutet, die Stromkosten der Wärmepumpe müssen künftig analog zu den Vorschriften der Heizkostenverordnung (§ 6 HeizkostenV) erfasst und auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs verteilt werden.

Übergangsfrist bis zum 30. September 2025

Der erste Schritt für Vermieter:innen ist, die technischen Voraussetzungen für die verbrauchsabhängige Abrechnung zu schaffen. Die Heizkostenverordnung sieht eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2025 vor, um geeignete Verbrauchsmesstechnik zu installieren. Diese Geräte – etwa Stromzähler für die Wärmepumpe und Wärmezähler für die verschiedenen Heizkreise – sind essenziell, um die neuen Anforderungen zu erfüllen.

Checkliste für Vermieter:innen

  • Stromzähler: Erfassen Sie den Stromverbrauch der Wärmepumpe separat
  • Wärmezähler: Geeichte Geräte zur Erfassung der Wärmeabgabe an die Heizkreise
  • Integration in bestehende Systeme: Stellen Sie sicher, dass die neuen Messgeräte mit einem Smart-Meter-Gateway kompatibel sind, um eine spätere digitale Integration zu ermöglichen.

Sobald die Zähler installiert sind, gilt die neue Abrechnungsverpflichtung ab dem nächsten Abrechnungszeitraum. Wird beispielsweise im Kalenderjahr 2025 die Messtechnik eingebaut, müssen Vermieter:innen ab 2026 erstmals die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung erstellen.

Konkrete Auswirkungen auf die Heizkostenabrechnung

  • Verbrauchsabhängige Abrechnung: Eine genaue Abrechnung führt zu mehr Fairness und erhöht den bewussten Umgang mit Energie
  • Dokumentation und Aufwand: Vermieter:innen müssen sicherstellen, dass alle Rechnungen ordnungsgemäß dokumentiert und professionell erstellt werden
Rechtliche Entwicklung zur HeizkostenV und Wärmepumpenabrechnung

Rechtliche Entwicklung zur HeizkostenV und Wärmepumpenabrechnung

Chancen erkennen – Wärmepumpen in Kombination mit PV-Anlagen

Der Umstieg auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung bietet nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen. Die Kombination von Wärmepumpen mit Photovoltaik-(PV-)Anlagen auf dem Dach eines Gebäudes kann die Effizienz steigern und Kosten senken. Überschüssiger Strom von der PV-Anlage kann direkt für den Betrieb der Wärmepumpe verwendet werden und somit die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage steigern.

Vorteile im Überblick:

  • Kostensenkung: Die Stromkosten der Wärmepumpe werden durch Eigenverbrauch der PV-Anlage reduziert
  • Nachhaltigkeit: Die Nutzung erneuerbarer Energien erfüllt die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (mindestens 65 % erneuerbare Energie bei Heizungen)
  • Attraktivitätssteigerung: Mietwohnungen mit umweltfreundlicher und energiesparender Ausstattung werden für Mieter:innen immer attraktiver

Technische Optimierungen:

  • Pufferspeicher: Ein zusätzlicher Pufferspeicher kann die Effizienz der Wärmepumpe erhöhen, indem er überschüssige Energie speichert
  • Dezentrale Systeme: Für Mehrparteienhäuser können dezentrale Wärmepumpensysteme pro Wohneinheit sinnvoll sein, um individuelle Abrechnungen zu erleichtern

Was bedeutet der Wegfall des Privilegs für Mieter:innen?

Für Mieter:innen ergeben sich durch die Änderungen der Heizkostenverordnung zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen. Die erste verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung werden die meisten Mieter:innen frühestens im Jahr 2026 erhalten. Dennoch ist wichtig, Energie effizient zu nutzen, da dies mit einer verbrauchsbasierten Abrechnung direkte Auswirkungen auf die Nebenkosten hat.

Tipps für Mieter:innen:

  • Bewusster Umgang mit Energie: Effizientes Heizen und Lüften minimieren den Verbrauch
  • Überprüfung der Abrechnung: Stellen Sie sicher, dass die neue Heizkostenabrechnung korrekt und nachvollziehbar ist

Die Wärmewende aktiv gestalten

Mit der Abschaffung des Wärmepumpenprivilegs nimmt die Wärmewende in Deutschland weiter Fahrt auf. Das Ziel ist klar formuliert: Effizienter und nachhaltiger Einsatz von Energie in allen Bereichen, insbesondere in der Heiztechnik.

Die Integration von Wärmepumpen, PV-Anlagen und moderner Messtechnik bietet Chancen, nicht nur gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, sondern auch langfristig Kosten und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Vermieter:innen und Hauseigentümer:innen, die jetzt handeln, sichern sich nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität.

Sind Sie bereit, die nächsten Schritte zu gehen? Eine PV-Anlage bildet die Grundlage für den wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpe und ist dafür essenziell. Mit VREY können Sie diese Kombination optimal nutzen. Unser Team unterstützt Sie mit praktischen Lösungen und individueller Beratung, um die neuen Anforderungen zu meistern.

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